Kirmeszeitung 2010

Vorwort zur Kirmeszeitung

 

von Lars Weinbach

Lars Weinbach

Der Barras und das liebe Vieh

 

Eine Reportage von Jochen Hof

Vom Truppenübungsplatz zur Rinderweidefläche: Jochen Hof stellt das neue Konzept auf der Schmidtenhöhe vor und bietet einen wissenswerten Einblick in unsere heimische Fauna.

März 2010. In Horchheim liegt immer noch Schnee, auf der Schmidtenhöhe etwa 30 cm hoch. Frank Roos, der Wildhüter der Taurus-Rinderherde auf der Schmidtenhöhe, bemerkte bei seinem Rundgang, dass der pralle Bauch einer trächtigen Kuh am 12. März nicht mehr zu sehen war. Also musste das Kälbchen in der Nacht im Schneetreiben geboren worden sein. Roos und Heinz Strunk, Naturfotograf und Vogelkundler aus Bad Ems, machten sich auf die Suche nach dem Neugeborenen. Sie vermuteten, dass das Tier im Schnee erfroren sein könnte. Etwa 300 Meter von der Herde fanden sie das Kälbchen gut geschützt unter einem zugeschneiten Ginsterbusch, sehr lebendig. Die Mutter lässt ihr Kind in den ersten beiden Tagen nach der Geburt an einer geschützten Stelle allein und sucht es nur zum Säugen auf. Erst nach drei, vier Tagen wird das Neugeborene in die Herde aufgenommen...

Heinz Strunk und Frank Roos

Die Hoschemer Küch Teil 11

vorgestellt von "Maitre" Dick Melters

Kirmesgesellschaft anno 2010 - Tradition im Wandel?

 

von Marion Junker-Dickkopf

Früher war bekanntlich alles anders und besser als heutzutage, wenn man im Rückspiegel der Erinnerungen vergangene Highlights mit dem präsenten Alltag vergleicht. Dass eine solche Gegenüberstellung meist auf einem Bein hinkt, gesellschaftliche Weiterentwicklung und Positives im Hier und Jetzt nicht beachtet, übersehen wir oft allzu gern, zu schön, zu verlockend ist doch vielfach die Reminiszenz an gute Tage, die hinter uns liegen. Und wirklich, eine gedankliche Zeitreise zu den einst real erlebten Momenten mit geliebten Menschen, freudigen Ereignissen und erzielten Erfolgen hat jedem von uns etwas zu bieten, mehr oder weniger. Davon kann auch das Horchheimer Kirchweihfest ein Lied singen: Zwar war die Schar der Kirmesbesucher beispielsweise in den Fünfziger und Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kraft der damals in der Breite noch anderen, tieferen Ortsverbundenheit und mangels finanzierbarer Alternativen zahlenmäBig sicher größer, dber war die Kirmes seinerzeit deswegen automatisch besser? Ist es nicht vielmehr ein herausragender Erfolg in der heutigen Zeit, dass es den Horchheimer Kirmes-Machern immer wieder gelingt, älljährlich am Wochenende nach Fronleichnam Hunderte von Besuchern im Mendelssohnpark zu begrüßen, die sichtlich Spaß an Horchheims größtem Ortsfest haben, dass dadurch die lange Tradition der,,Hoschemer Kärmes" weiterlebt? All dies ist beileibe kein Selbstläufer, sondern das engagierte Werk vieler ehrenamtlicher Helfer und Organisatoren, die mit anpacken, die Kirmes stemmen und damit ein gutes Stück Ortsgeschichte lebendig halten, wie Marion Junker-Dickopf, Beisitzerin im Vereinsvorstand für Presse und öftentlichkeitsarbeit, nachfolgend so treffend thematisiert. Helfen wir alle mit, dass dies noch lange so bleibt, denn: Kirmes in Hoschem mag heute anders sein als früher, ist aber gewiss keinen Deut schlechter.

Horchheim aus dem Pappkarton

Unser Rätsel-Bild 2010
Auflösung Rätsel-Bild 2009

Pastor Gerber nach 14 Jahren aus Pfarrei St.Maximin verabschiedet

Mit mindestens einem weinenden Auge mussten die Horchheimer im Spätsommer letzten Jahres ihren beliebten Pastor und engagierten Seelsorger Thomas Gerber (52) in Richtung der drei - von Horchheim aus betrachtet gut 10 Kilometer stromabwärts gelegenen - katholischen Rheingemeinden St. Sebastian in St. Sebastian, St. Silvester in Kaltenengers und St. Georg in Urmttz ziehen lassen. Am Sonntag, den 6. September 2009, trat Pastor Gerber seine neue Pfarrstelle an, seine dritte nunmehr, nach zuvor 7 Jahren in Alsdorf im Siegerland und 11 Jahren in seiner ,,Stammgemeinde" St. Maximin in Horchheim, von wo aus er lange Zeit die Koblenzer Stadtteile der rechten Rheinseite seelsorgerisch betreute...

Goldener Löwe IV

 

Drei Staaten - Eine Heimat - Aus dem Leben des Karl Kaspar Alexander Seiz (I763-L842) von Ralf A. Glöckner

1806 ging das alte ,,Heilige Römische Reich Deutscher Nation" formell unter. Kurtrier war als Staat zu dieser Zeit bereits erloschen. Die Bürger von Ehrenbreitstein, Pfaffendorf und Horchheim auf der rechten Rheinseite waren 1803 Nassauer Untertanen geworden. 1815 wurden sie dann - wieder ohne gefragt zu werden - Preußen. Die Staaten gingen und kamen, die Heimat blieb. Nicht nur der,,kleine Mann" war betroffen, auch die, die andere führten, nahmen an dieser Entwicklung teil. Einer der Offiziere, die die Staaten wechselten, aber ihrer Heimat verhaftet blieben, war Karl (Carl) Kaspar Alexander Seiz (Seitz). Im KIRMES-Magazin 2009 (Goldener Löwe III) wurde er bereits angesprochen. Allerdings wurde dort ein falsches Sterbedatum angegeben; darin zeigt sich bereits ein Problem, mit dem der Verfasser kämpfen musste, dass unterschiedliche Daten und Fakten überliefert sind. Allerdings verhält es sich mit der Schreibweise des Namens, den wir als,,Seiz" oder,,Seitz" finden. Ausgehend von Unterschriften und nach Lesen vieler Urkunden geht der Verfasser von der Schreibweise ,,Seiz" als der richtigen aus. Teilweise wird in der Literatur unzutreffend dem Namen auch das Adelsprädikat,,von" beigefügt. Bedauerlicherweise lässt sich zudem kein Seizsches Bild aufspüren.

Der Artikel wurde aus urheberechtlichen Gründen entfernt. Die Kirmeszeitung mit diesem Artikel befindet sich in unseren Archiv und kann hier käuflich erworben werden.

Horchheimer Top News

TUS Horchheim - Horchheimer Handballer feiern erneut Aufstieg

 

von Markus Klepzig

Die ,,Blauen" schafften zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren den Aufstieg. Nach einem misslungenen Start in die Saison mit 1:3 Punkten und weiteren leichtfertig verschenkten Spielen sah es im Jahre 2009 nicht sehr rosig für das Team aus. Das eigentliche Ziel, in der Bezirksliga Rhein/Westerwald um den Aufstieg in die Landesliga ,,ein Wörtchen" mitzureden, schien erst einmal in weite Ferne gerückt. ,,Leider sollten wir hinter unseren eigenen Möglichkeiten zurück bleiben", schilderte Spielertrainer Markus Klepzig den enttäuschenden Start und fügte optimistisch hinzu: ,,Trotzdem wussten wir, dass wir keines der Rückspiele zwingend verlieren müssen!". Dementsprechend kamen die ,,Blauen" auch motiviert und eingespielter in die Rückrunde. Ebenfalls bemerkbar machte sich die Rückkehr des Linkshänders Christopher Mildner. Das Horchheimer Eigengewächs wechselte vor der Saison zum TV Arzheim in die Verbandsliga und hinterließ erst einmal ein großes Loch im rechten Rückraum des Koblenzer Vorstadtvereins. ,,Christopher hat der Mannschaft wieder gut getan. Besonders konnte er unsere beiden torgefährlichen Rückraumspieler Patrick Vogt und Markus Klepzig entlasten und ebenfalls gefährlich im Angrrff agieren", kommentierte Co-Trainer Wilfried Klepzig die Rückkehr des Mannschaftskameraden. Neben den erwähnten Rückraumspielern sollte das gesamte Team in der Rückrunde Verantwortung übernehmen. So sorgten vor allem die Außenspieler Sven Herbel und Christian Stellmann in den entscheidenden Spielen fiir wichtige Tore...

Sportsplitter

 

Sportchronik zusammengestellt von Karl-Walter Fußinger

 

  • TC Blau-Weiss Horchheim auch in 2009 erfolgreich
  • Abstieg der KTV Koblenz aus 2. Liga besiegelt
  • Ski-Club Grüne Bank wie immer aktiv
  • Das Sportjahr 2009 war wieder erfolgreich fur die Horchheimer Schützen
  • FC Horchheim weiter auf dem Vormarsch
  • Keglervereinigung im Jubiläumsjahr
  • Meisterschaft im Tischtennis
  • BBC Horchheim weiter sehr erfolgreich
  • Erfolgreiches Sportwochenende beim FC Horchheim - Kirmesgesellschaft gewinnt Ortstunier

Neues von der Feuerwehr

 

von Thomas Hüllen

Sie ist zur Stelle, wann immer es brenht, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hilft schnell und effektiv bei Sturm und Hochwasser. Sie befreit Unfallopfer im Straßenverkehr aus brenzliger Gefahr für Leib und Leben. Die Liste der Aufgaben und Einsatzbereiche der Freiwilligen Feuerwehr Horchheim ist lang. Ohne sie geht es nicht, ohne sie wäre unser Leben nicht sicher. Für ihren ständigen uneigennützigen Einsatz für ihre Mitmenschen zu jeder Tages- und Nachtzeit gebührt den Mitgliedern der Feuerwehr der Dank und die Anerkennung aller Horchheimerinnen und Horchheimer, Und das KIRMES-Magazin bedankt sich bei Einheitsführer Thomas Hüllen für den echten ,,Dauerbrenner", den er seit Jahren im Rahmen dieser Rubrik mit interessanten Notizen aus den Tagebüchern der Horchheimer,,Firefighters" zündet: lesen Sie selbst!

 

  • ,,Xynthia" tobte auch über Horchheim!
  • Thomas Hüllen - Ehrung für besondere Verdienste
  • Michael Nobel - Auszeichnung für 25 Jahre im aktiven Dienst
  • Brand in der Gaststätte ,,Am Eck"

Gaststätte ,,Am Eck" nach Brand wiedereröffnet

Der Brand in der Gaststätte ,,Am Eck" richtete erheblichen Schaden im Gastraum an (s. obenstehender Einsatzbericht). Die komplette Theke fiel den Flammen zum Opfer. Wände, Decke und Boden waren durch Brandgase kontaminiert, Türen und Fenster teilweise zerstört. Nach Erledigung der Formalitäten konnte nach dreiwöchiger Verspätung mit der Renovierung begonnen werden. Ansässige Firmen führten zettnah Arbeiten durch, wie die Sanierung der Wände und Decke, des Holzbodens, der Fenster und der Elektroinstallation. Große Unterstützung fand das Wirtsehepaar Elke und Roland Kistner bei Bekannten, Freunden und Gästen. Die vielen fleißigen Hände halfen, wo es nur ging: sei es bei der Reinigung während des Ausräumens der Gaststätte und der Küche oder beim Reinigen während des anschließenden Wiedereinräumens, bei den Malerarbeiten oder den sonstigen unzähligen Kleinigkeiten, die anfielen. Durch die zügige Durchführung der Arbeiten konnte nach zweieinhalb Monaten, am 17. Oktober 2009, die Gaststätte wieder in neuem Glanz eröffnet werden. Eine der wenigen noch verbliebenen Gaststätten in Horchheim konnte als Begegnungsstätte somit erhalten werden.

Geschundener Acker

 

Vom Sommersitz der Mendelssohns zum Bolzplatz am Wiesenpfad - Der alte Sportplatz an der Auffahrt zur Südbrücke hat eine bewegte Geschichte - von Karl-Heinz Melters

Stetige Veränderungen bestimmen unseren AIltag, sind ständige Begleiter unseres Lebens, privat wie beruflich. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, sagt der Volksmund mit weiser Erfahrung. Oder auch das: von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. Beide Varianten pseudophilosophischer Erkenntnis sollen helfen, die immer wieder neuen, unberechenbaren Spielarten der menschlichen Befindlichkeit zu erklären. Doch mit welchen Attributen beschreibt man das Auf und Ab, das einstige Hoch und das jetzige Tief, die eine ehemals hochherrschaftliche Liegenschaft im Laufe der Zeit zu einem gemeinen Grundstück werden ließen? Wie lässt sich der Bogen spannen von Platanenallee über Likörfabrik bis zum Bolzplatz? Gar nicht so einfach, meinen Sie? Wohl wahr, aber Karl-Heinz Melters ist es für das KIRMES-Magazin dennoch gelungen: Geschundener Acker und doch bis heute Ort der (veränderten) Leidenschaft, der alte Sportplatz lebt weiter - vorerst!

Horchheim - Ein statistischer Steckbrief

Horchheimer Wappen

Wie steht es mit Ihren Kenntnissen über die Einwohnerstruktur unseres Heimatortes, liebe Leser? Wie alt wohl sind die Hoschemer im Schnitt, wieviele Single-Haushalte gibt es und wie hoch sind Geburtenrate und Ausländerquote im ,,Dorf'? Wir bieten Ihnen im KIRMES-Magazin an dieser Stelle gerne die Gelegenheit, Ihren Wissensstand mit aktuellen statistischen Zahlen und Fakten aufzufrischen. Daniela Schüller, Hoschemer Mädche bei der Statistikstelle der Stadt Koblenz, gibt Ihnen nachfolgend interessante Einblicke in das amtliche Zahlenwerk unseres örtlichen Gemeinwesens.

Kennen sie Horchheim?

 

Machen Sie mit bei unserem neuen KIRMES-Kreuzworträtsel

Klima-Kirmes Prima-Kirmes

 

Wie der Kirmesmontag ins Wasser fällt und trotzdem gerettet wird - Erlebt und beobachtet von Karl-Heinz Melters

,,Das Klima ist an allem schuld", meint ein übernächtigter Kirmesbursche und rückt seine regennasse Kappe wieder ins Lot. ,,Und das an Kirmesmontag", schiebt er mit einem grimmigen Blick zum Himmel nach. Aber das dunkle Himmelszelt zeigt kein Erbarmen und lässt seit Stunden seine Schleusen offen. Es gießt ohne Unterlass. Die Bier- und Weinstände der Ortsvereine , am Abend zuvor noch bunte Werbeträger eines Events der Fröhlichkeit, lassen schlaff ihre nassen Schutzplanen hängen. Am BBC-Stand bemühen sich zwei Besatzungsmitglieder, mit Hilfe eines Besens die gestauten Wassermassen vom Zeltdach zu entsorgen. Mit einem tiefen Seufzer entlädt sich die gequälte Plane und wird zu einem lärmenden Sturzbach. Ein halbes Dutzend krisenfester ehemaliger Basketballer und Kirmesburschen nimmt kaum Notiz vom Wasserchaos. Ein skeptischer Blick genügt, und schon wird beim Skat weiter gereizt und mit Bier gelöscht...

Gratulationen

Hans und Lydia (geb.Hilge) Zimmermann

Eiserne Hochzeit

Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit konnten am 6. Februar dieses Jahres Hans und Lydia (geb. Hilge) Zlmrnermann begehen: vor 65 Jahren, am 06.02.1945, gaben sich beide in Neustadt/Pfalz das Jawort. Die Eheleute Zimmermann, die von 1965 bis Herbst 2008 in der Alten Heerstraße wohnten, sind den älteren Horchheimern noch gut bekannt, sie führten bis ins Jahr 1988 ihren Malerbetrieb in der Alten Heerstraße und engagierten sich darüber hinaus im Horchheimer Karneval. Lydia Zimmermann, Jahrgang 1925, war beim HCV über mehrere Jahre Schriftführerin und ebenso wie ihr Mann Hans, der Ende Juni 2010 9O Jahre alt wird, lange Zeit für den HCV beim Wagenbau aktiv. Heute leben beide in einem Koblenzer Seniorenheim, quasi vis-a-vis von ihrem langjährigen Heimatort Horchheim. Zusammen mit ihrem Sohn, ihren Enkeln und Urenkeln und deren Familien feierten sie im Februar das Fest der Eisernen Hochzeit. Den Jubilaren gelten unsere herzlichen Glückwünsche, möge ihnen Gottes Segen für die weiteren Jahre beschieden sein.

Paul und Martha (geb. Nock) Lachmann

Diamantene Hochzeit

Den 60. Jahrestag ihrer kirchlichen Trauung feierten am 20. Februar 2010 Paul und Martha (geb. Nock) Lachmann im Kreise ihrer Familie und Freunde. Das Ehepaar, das seit 1970 auf der Horchheimer Höhe zu Hause ist, lernte sich im Jahre 1947 beim Tanzkaffee im niederbayerischen Landau, von wo Martha Lachmann (79) stammt, kennen und lieben. Ihr Ehemann Paul (80 Jahre alt) aus Breslau hatte dort nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft seine Eltern wieder- und zu dem die Frau fürs Leben gefunden. Nach der Hochzeit am 20.2.1950 in Landau zog das jung vermählte Paar nach Koblenz. Paul Lachmann arbeitete dort als Buchdruckermeister, seine Frau war 39 Jahre lang bei der EVM Koblenz beschäftigt. Paul Lachmann ist begeisterter Modelleisenbahn-Fan und spielte lange Zeit beim FC Horchheim als Linksaußen. Die Jubilare haben zusammen den ganzon Globus bereist und wandern gerne. Wir gratulieren Paul und Martha Lachmann herzlich zum Ehrentag und wünschen dem Jubelpaar für die Zukunft alles Gute und viel Gesundheit.

 

Goldene Hochzeit:

29.08.2009  Irmgard und Kurt Reim
11.09.2009  Adele und Gregor Mertens
02.10.2009  Eleonore und Gerd Mengen
14.11.2009  Helene und Gunter Geimke
21.11.2009  Maria Luise und Josef Welling
05.03.2010  Renate und Werner Mischock

Karl-Walter Fußinger - Der Mann an der Quetsch wurde 70!

 

von Dr. Arnd Fußinger

Rückblende: Vor 28 Jahren hat Chefredakteur Hans Jürgen Leichum im Vorwort des KIRMES-Magazin 1982 folgende Neuigkeit zu verkünden:,,Karl-Walter Fußinger erweitert das ,,Kirmes"-Autorenteam. Der Mann mit dem etwas lichten Haar, beim BBC als Stimmungsmacher mit der Quetschkommode und sportlicher Manager mit enormer Einsatzfreudigkeit geschätzt, berichtet über seine Eindrücke von der zweiten Pragreise" (der Kirmesgesellschaft). ,,Wollen tauschen", so lautet die Überschrift von Flöpps Erstlingswerk in unserem Ortsmagazin. Lichtes Haupthaar, mitreißende Stimmungskanone und vorgelebte Einsatzfreude - nicht nur beim BBC -, diese Attribute zeichnen den Jubilar noch immer aus. Das KIRMES-Magazin profitiert zumindest von den beiden letzteren Eigenschaften bis heute: Karl-Walter Fußinger ist seit 1982 ununterbrochen in der Redaktion tätig, berichtet seit 1988 als ,,Mister Sportsplitter" alljährlich über die Horchheimer Sportvereine und steht mit seinen Artikeln für viele Highlights, die in unserem Blatt veröffentlicht wurden. Eines davon sei hier kurz beispielhaft herausgegriffen: In ,,Glockenwach" aus dem KIRMES-Magazin 1992 verarbeitet Flöpp die nächtliche Ruhestörung durch die kaputte Zeitschaltuhr der Kirchenglocken von St. Maximin literarisch-poetisch wie folgt: ,,Mir wird es kalt, mir wird es warm, die Glocken schlagen Uhr-Alarm. / Ding dong ding, ding dong, ding dong, die Kirchturmuhr im Dauer-Gong (...) Beim nächsten Mal, da schalt' ich schneller und schlafe tief im Kohlenkeller." Diese Fertigkeiten im Setzen des Versmaßes haben darüber hinaus in so manchem Kirmes-Spruch aus der Feder Karl-Walter Fußingers nachhaltigen Niederschlag gefunden. Sein ,,normales" Leben außerhalb von KIRMES-Magazin und Kirmes bringt lhnen, liebe Leserinnen und Leser, nun Dr. Arnd Fußinger, der Sohn des Jubilars, in Schrift und Bild näher.

70 "Dick"e Jahre

 

Hans Gerd "Dick" Melters zum 70ten Geburtstag - von Rolf Heckelsbruch

Wie gratuliert ein gut 30 Jahre jüngerer,,Chefredakteur" des Horchheimer KIRMES-Magazin einem langjährigen, verdienten Redaktionskollegen, noch dazu einem wirklichen Unikum unseres Ortes, in angemessener Weise im gemeinsamen Blatt zum 70. Geburtstag, wenn er den zu Ehrenden eigentlich erst seit relativ kurzer Zeit richtig persönlich kennt, sich dafür aber erfreut, ihn von Jahr zu Jahr und von Ausgabe zu Ausgabe immer besser kennenzulernen? Er bittet einen ebenso langjährigen und verdienten Kollegen, der ihm um viele Jahre, Jahrzehnte gar an Bekanntschaft und Freundschaft zum Jubilar voraus und mit diesem weder verwandt noch verschwägert ist, ,,ein paar nette Zeilen" für unser aktuelles Heft zu Papier zu bringen. Doch wie so oft im Leben liegt auch hier die Tücke im Detail: Wer kennt schon Alles und Jedes über einen anderen Menschen, wer kann schon alle wesentlichen Facetten und Stationen einer bewegten Vita auf zwei Magazin Seiten unterhaltsam wie stimmig unterbringen? Rolf Heckelsbruch meistert dies im Folgenden unnachahmlich, was der ,,Chefredakteur" von vornherein wusste, und spricht der gesamten Redaktion sowie bestimmt auch vielen Horchheimerinnen und Horchheimern nun aus der Seele. Happy Birthday und alles Gute, lieber Dick, wünschen Dir Deine Mitstreiter bei der ,,Kärmeszeidung", bleib uns im Dorf und im Magazin noch lange mit Deinen einzigartigen ,,Steckelcher" erhalten!

Dat Kowelenzer Schängelche aus Afrika

 

Wie eine Horchheimer Familie das Koblenzer Wahrzeichen als Holzfigur aus Kenia mitbrachte - erzählt von Pfarrer i, R. Joseph "Jupp" Müller

Schon mehr als 20 Jahre machen die Eheleute Toni Müller und seine Frau Anneliese geb. Spriestersbach jedes Jahr Urlaub am Strand unter Palmen in Kenia, Ostafrika, in der Nähe von Mombasa. Anneliese ist eine Schulkameradin von mir. Und so wurde ich oft eingeladen. Bei einem guten Glas Wein erzählten dann Toni und Anneliese von ihrem Urlaubsdomizll am Indischen Ozean. Filme und Fotos wurden gezeigt vom Strand und Hotel, von ihren einheimischen Freunden, von Schnitzereien: Tiere und Gebrauchsgegenstände aus Holz geschnitzt oder aus Speckstein geschnitten. Unzahlige Schnitzererarbeiten aus dem schwarzen Kontinent schmücken die Wohnung der Müllers in Horchheim. Vor zwei Jahren fragte Sohn Hans-Peter: ,,Vadder, hei haste en Foto vom Kowelenzer Schängelche, kannste dat ne[ mol in Kenia in Holz schnitze losse?" Und so flogen die Müllers ein weiteres Mal mit dicken Koffern voller Schuhe, Wäsche, Kleidungsstücke und dem Foto vom Schängelche an die kenianische Küste...

Die Fenster zu Gott

 

Rolf Heckelsbruch auf den Spuren des Koblenzer Glasmalers Joseph Maria Machhausen und seiner Horchheimer Künstlerwerkstatt des 19. Jahrhunderts

Die Grablegung Christi in einem Ausschnitt aus den 1885 von Machhausen geschaffenen Chorfenstern in St. Cäcilia zu Bonn-Oberkassel
Das Pfingstwunder - die Ausgießung des Heiligen Geistes über Maria und die Jünger

Kunst und Krieg was bleibt?
Der Blick vom Domhügel der östlich von Gdansk (heute Danzig/Polen) liegenden polnischen Kleinstadt Fromborg über die schmale Landzunge des Frischen Haffs hinaus auf die Ostsee ist in seiner scheinbar unbegrenztenWeite und Ruhe von bezwingender Schönheit. Doch vor 65 Jahren, im eisigen Jahrhundertwinter 1944/45, spielte sich zu Füßen der im 14. Jahrhundert auf der Anhöhe über der Stadt erbauten spätgotischen Backsteinkirche ein Drama von apokalyptischem Ausmaß ab. Da drängten sich, wie überall in Ostpreußen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, auf der Flucht vor der immer näher heranrückenden Roten Armee ungezählte auf Pferdewagen oder zu Fuß durch das verschneite Land gekommene Flüchtlinge am vereisten Strand und in den Gassen des Ortes: Frauen, Kinder, alte Männer, Kranke, Sterbende, Halberfrorene. Alle von der Hoffnung beseelt, irgendwie weiterzukommen, irgendwie Richtung Westen. Als dann die Front auch Fromborg erreichte, das in seiner deutschen Epoche einst Frauenburg hieß, wurde der Ort im Inferno des Krieges zu 80 Prozent zerstört (Jan Zdumak/Reiseführer durch Masuren). Zwar heißt es in einem Bericht, dass der Dom nur mäßig beschädigt wurde, aber von der Verglasung der Kirche sei ,,nicht viel übrig geblieben" (Veronika Wojnowskaja / Fromborger Kopernikus-Museum). Andererseits glaubte sich der ehemalige Dompfarrer Jan Fiedorowicz entsinnen zu können, dass die Fenster höchstwahrscheinlich keine größeren Schäden erlitten hätten, doch habe ihm ein sowjetischer General anlässlich einer Domführung nach dem Krieg anvertraut, dass der überwiegende Teil der Kathedralfenster ausgebaut und in die Sowjetunion gebracht worden sei...

Von Fest zu Fest

 

Horchheimer Jahreschronik

Zusammenstellung: Robert Stoll und Karl-Walter Fußinger, Texterfassung: Gisbert Dickescheid

 

  • Kindergarten generalsaniert

  • Ende eines Aussichtsturms auf dem Lichterkopf

  • Musik in St. Maximin

  • Brucke und Straße wieder offen

  • Kirchenchor St. Maximin

  • Betonmauer am Rhein

  • Spatenstich für Seniorenheim

  • OB-Wahl

  • Bronzemedaille für Kleingärtner

  • Heinz Fink führt weiter

  • HCV macht Camping

  • Hoschemer Fastnachtsonntag

  • Möhnensitzung

  • Neuwahlen bei der TuS

  • Heimatfreunde blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2009 zurück

Ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst in Horchheim

 

Aktuelles in Sachen "Romanisches Haus" in der Emser Straße von Rolf Molkenthin Denkmalpfleger beim Amt für Stadtentwicklung und Raumordnung der Stadt Koblenz

Dachgeschoss vor und nach der Sanierung

Leider konnten in den Jahren seit dem Kauf des Hauses durch die Stadt Koblenz, in Ermangelung entsprechender Finanzmittel. nur sehr wenige Baumaßnahmen umgesetzt werden. Dies hat sich glücklicherweise im letzten Jahr geändert. Dank eines Investitionsprogrammes der Bundesregierung zur Förderung von Baumaßnahmen in nationalen UNESCO-Welterbestätten konnten verschiedene Projekte im Welterbe ,,Oberes Mittelrheintal" begonnen werden. Dazu zählt auch das romanische Haus in der Emser Straße 389 in Horchheim. Vom Hochbauamt der Stadt Koblenz wurden für die Jahre 2009 bis 201I insgesamt Kosten in Höhe von 450.000 € fir die statische Sicherung der historischen Bausubstanz, den Abbruch des neuzeitlichen Anbaues, einen substanzschonenden Innenausbau sowie fiir die baubegleitende Bauforschung und Restaurierung besonders werwoller Gebäudedetails ermittelt. Seitens des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz wurden diese Kosten als förderwürdig anerkannt und sollen jeweils mit bis zu einem Drittel bezuschusst werden. Im Jahr 2009 waren 100.000 € verfügbar, womit Aufträge für Verpressung, Verankerung, Mauerwerksicherung und einiges mehr erteilt werden konnten...

Rückwärtige Fassade vor und nach dem Abriss der Nebengebäude

Frühjahrswanderung der Kirmesgesellschaft

Als wir am Sonntag, den 21.03.2010, unsere diesjährige Frühjahrswanderung durchführten, war leider der Wetter-Gott nicht positiv für uns gestimmt. Trotz anhaltender Regenschauer sind dennoch 22 wanderfreudige Kirmesgesellschafts-Mitglieder die vorgeplante Strecke mitgelaufen. Als wir uns um 13.00 Uhr am Horchheimer Turnvater-Jahn-Platz getroffen haben, hatten wir noch angenehm trockenes Wetter. Mit dem Busunternehmen Müller-Touristik sind wir dann Richtung Bad Breisig gefahren. Als wir dort ankamen, hat es leider angefangen zu regnen. Der Bus hat uns abgeladen, und nichtsdestotrotz haben wir uns auf ,,flotten Sohlen" auf den Märchen-Wanderweg begeben. Als erstes mussten wir einen schwierigen kurzen, aber heftig ansteigenden Serpentinen-Weg hoch wandern. Von diesem Weg aus hatte man eine wunderschöne Aussicht auf mehrere Burgen und auf den Rhein...

St.-Sebastianus-Bruderschaft vom Guten Tod anno 1491 in Horchheim - von Joseph Müller, Pfarrer i.R

Der Heilige Sebastian

In den unruhigen Zeiten des Spätmittelalters, also vor mehr als 500 Jahren, gab es oft an Rhein und Mosel große Not infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Völkern, Königen und Landesherrn. Fremde Söldner und Soldaten, Franzosen, Spanier, Schweden und Österreicher schleppten gefährliche Seuchen und todbringende Krankheiten ein. Mangelnde Hygiene ließ schnell Epidemien entstehen, Pest und Cholera. Ärzte und Krankenstationen fehlten. Pflegebedürftige Kranke waren sich oft selbst überlassen, weil Angehörige ebenfalls erkrankt oder schon gestorben waren. Trost und Hilfe suchten die Menschen bei der Frau, die ihren toten Sohn in den Armen hielt, der Pieta (Schmerzhafte Muttergottes). Sie hatte auch Todesängste erlebt und konnte mitfühlen und verstehen, wie es den Betern zu Mute war. So entstanden viele Wallfahrtsorte mit dem Bild der Schmerzhaften Mutter an Rhein und Mosel. Und da kannte man noch einen christlichen Märtyrer, der als Schmerzensmann dargestellt wurde, an eine Säule oder einen Baum gebunden. Sebastianus, Soldat der kaiserlichen Leibgarde des römischen Imperators, der um 301 n. Chr. in einer Christenverfolgungswelle nach seinem Bekenntnis zu Jesus Christus zum Tode durch Erschießen mit Pfeilen verurteilt worden war. Auch er musste Schmerz und Tod erleiden, er hatte diese Erfahrung selbst gemacht. Christliche Frauen sorgten damals in Rom für seine ehrenvolle Bestattung. Tote begraben war schon im Alten Testament (s.Tobit.Kap.2) ein Werk der Barmherzigkeit, ein letzter Akt des Respekts vor dem von Gott geliebten Menschen. So gründete man in den unruhigen Zeiten des 15. Jahrhunderts mancherorts Not-Bruderschaften, die sich um hilflose Kranke und ehrenvolle Bestattung der Toten kümmerten. In Horchheim gründete man nachweislich 1491 die St.-Sebastianus-Bruderschaft vom Guten Tod. Zwei Brudermeister wurden gewählt, die vor dem Pfarrer und den Sendschöffen der Pfarrei Rechenschaft geben mussten. Mitglied konnte jeder aus Horchheim oder Umgebung werden. Die Mitglieder wurden in das Bruderschaftsbuch eingetragen, das an das ,,Buch des ewigen Lebens" erinnerte. Deshalb wurde nie jemand aus diesem Buch gestrichen. Es wird kommentarlos bis heute weitergeführt.... ...2009 zählte die Horchheimer Sebastianus-Bruderschaft 530 eingetragene Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich jährlich auf 4 Euro für Familien und 3 Euro für einzelne Mitglieder. Jeden Januar ist Jahreshauptversammlung. Dann werden die Beiträge und Spenden verteilt, denn die Bruderschaft spart keine Guthaben an, sondern verteilt sie jährlich. Gutes tun ohne viel darüber zu reden, helfen und trösten in aller Stille, das versuchen seit über 500 Jahren die Mitglieder der St.-Sebastianus-Bruderschaft in Koblenz-Horchheim.

Jahrgang 1960

Jahrgang 1960 Klasse Rektor Breitbach
Jahrgang 1960 Klasse Lehrer Burgard

Der Reiffenberger Hof

Höfe des Adels und des Klerus in Horchheim in kurtrierischer Zeit (XVIII) von Manfred Gillissen

Stammsitz der Reiffenberger ist das Dorf Ober-Reiffenberg nördlich von Königstein im Taunus. Die Familie teilte sich nach der Helmzier des Wappens in einen Flügel- und einen sogenannten Ohrenstamm. Der Stamm zu Sayn und zu der Erlen (Erlenhof bei Ransbach) und Horchheim gehörte dem Flügelstamm an. Sie führten im Wappen drei schrägrechte rote Balken in Weiß, Die Linie zu der Erlen-Horchheim hatte noch bis Ende des 16. Jahrhunderts ihren Hauptsitz in Weitersburg auf dem Westerwald, wo heute noch ihr Burghaus am Fuße des Burgberges steht. Georg Hans von Reiffenberg verlegte nach Kauf des alten Printenhofes 1594 den Sitz seiner Familie nach Horchheim, wo sie seit dieser Zeit ihr Erbbegräbnis hatte. Georg Hans von Reiffenberg starb 1604 und wurde als erster Reiffenberger in St. Maximin begraben.

Schangele - Ein antikes Glücksspiel in Hoschem - Erinnerungen von Dick Melters

Was ist ,,Schangele"?
Wir im Rheinland denken da natürlich direkt an unsere westlichen Nachbarn, die Franzosen. Namen wie Jean, Johann, Hans oder Schang, Schäng oder "dat Kowelenzer Schängelche" locken einen auf diese Spur. In reinem Hochdeutsch müsste die Koblenzer Nationalhymne also "Die lustigen Koblenzer Hänschen sind wir . . ." heißen. Aber schaut man weiter, z.B. ins Internet, so erfährt man, dass es sich bei dem Wort ,,Schangeln" um ein aus der Antike bekanntes einfaches Glücksspiel handelt. Man warf z.B. Münzen oder andere Gegenstände möglichst nahe an eine Hauswand, einen im Boden gezogenen Kreis oder gesteckten Pfahl und verbrachte so seine Freizeit und erhöhte sein eingesetztes Kapital, wenn man das notwendige Glück und Fingerspitzengefühl hatte. Schangeln, Change also Geldwechsel war der Sinn dieses Spiels. Schangeln, Fuchsen, Schebben oder Schanzeln, wie dieses Spiel in anderen Gegenden heißt, hatte speziell in Hoschem seine eigenen Spielregeln. Da es sich hierbei um ein Glücksspiel handelte, war die Ausübung z. B. auf Schulhöfen verboten. Und weil es ohne großen Aufwand zu betreiben war, aber es sich öfters schon mal um größere Geldsummen handelte, wurde jemand zum "Schmiere stehen" abkommandiert. Dann ging es los. Vorher wurden noch die Regeln ausgehandelt, mit wieviel Geldstücken maximal gespielt wurde, wie weit oder wo die Abwurfstelle war und wie das Geld geschnappt werden sollte. Mussten die Münzen beim ,,Schangelwurf' von der Handinnenfläche auf die Handoberfläche dort einige Zett liegen bleiben oder bei der Berührung der Handoberfläche sofort wieder von vorne aufgeschnappt werden? Das war in der Tat eine wichtige Frage der Regelkunde, denn wenn die Geldstücke einige Sekunden auf dem Handrücken liegen mussten, fielen doch in der praktischen Umsetzung etliche Münzen mehr zu Boden, die die nächstplatzierten Mitspieler. dann ,,erschangeln" konnten...

Die Alte Heerstraße - Eine Ortsgeschichte - von Hans Lehnet

Die heutige Alte Heerstraße hieß früher Viehgasse, eine eindeutige Bezeichnung fiir deren Bedeutung. Dann erhielt sie den Namen Römerstraße. Nach der Eingemeindung Horchheims nach Koblenz 1937 wurde der Weg in Alte Heerstraße umbenannt. Dieser Weg wurde bereits in früher Zeit als Verbindung vom Rhein zur Höhe genutzt. Funde aus der Jungsteinzeit (4.500 bis 1.800 v.Chr.) und weitere Fragmente aus fränkischer und römischer Zeit belegen dies ebenso wie eine Besiedlung in der jüngeren Hallstadtzeit (800 bis 480 v.Chr.). Die Straße diente als Verbindung römischer Siedlungen von Ems zum Rhein am römischen Gräberfeld bei Horchheim vorbei. Eine der römischen Siedlungen lag im Distrikt Niederfeld. Am Ende des Viehweges, auf dem Geierskopf, dürfte eine Fliehburg ihren Standort gehabt haben. Dort wurden Reste aus der La-Tène-Zeit (ca. 480 bis 100 v.Chr.) aufgedeckt. Sie lag in einer muldenfürmigen Vertiefung, von der ein enges, steiles Tal mit dem Bertelsbach zur Lahn herabführte. Bei der Tongrube fand man auch einen Mühlstein, einen Napoleonshut, der wegen seiner Form diesen Namen erhielt, und mehrere eiserne Waffen und Werkzeuge...

Persönliches

 

Pastor Thomas Gerber, Toni Freisburger, Helga Bauer, Uwe Setzer, Rainer Vogt, Gisbert Weißbrich, Daweli und Django Reinhardt

 

in Memoriam Willi Struth

Horchheim hat ein Original weniger. Am 1. März dieses Jahres starb der an 2. Dezember 1933 geborene Gärtner und Blumenhändler Willi Struth. Das von ihm aufgebaute und geführte Blumenhaus in der Emser Straße wurde zu einer örtlichen Marke, die den Horchheimern seit vielen Jahren bis heute bekannt ist und von seiner Familie weitergeführt wird. Für alle floralen Anlässe, vom festlichen Bouquet für die Familienfeier bis hin zum Blumenstrauß für ,,zwischendurch", war Willi Struth der richtige Ansprechpartner. ,,Bodder-Will", wie ihn die Hoschemer nannten, hatte seinen Spitznamen nach eigenem Bekunden väterlicherseits von,,Bodder-Johann" geerbt. Willi Struth war zeitlebens seinem Heimatort stets verbunden und wird ,,im Dorf ' mit seiner für ihn typischen, originellen Art sicher unvergessen bleiben.

Zeitreise - Horchheimer Chronik

Josef Welling - Ein Leben für die Kunst

 

Der Versuch eines Portraits über Horchheims bekannten Goldschmied und Künstler - von Klaus-Peter Baulig

Das KlRMES-Magazin bittet um einen Gesprächstermin. Am anderen Ende der Telefonleitung ein freundlicher, aber ein leicht erstaunter Gesprächspartner wegen meines Anrufs: ,,Warten Sie mal ...", höre ich, und schnell ist ein Termin gefunden. Ich werde von Josef Welling freundlich in sein Haus gebeten. Schon die Klingelanlage, die Briefkästen und die Haustür zeigen von seinem künstlerischen Schaffen. Toller Bronzeguss, registriere ich. Im Treppenhaus, auf dem Weg ins Büro, komme ich ins Staunen. Exponate , Modelle und Abgüsse: Ein Querschnitt, wenn auch ein kleiner, wie ich später noch feststellen sollte, einer langen und erfolgreichen künstlerischen Tätigkeit. Weiter ins Büro. An Wänden und in Regalen eine Fülle von Figuren, Skulpturen, Stelen, Denkmälern, Brunnen, Kelchen, Altarkreuzen aus Gold, Silber und Bronze in Originalgröße oder im getreuen Maßstab. Erlesene, höchst individuell gestaltete Schrnuckstücke : Broschen, Ringe, Ketten von ausgesuchter Schönheit und Eleganz, wohltuend unterschiedhch zu herkömmlich konfektionierten Angeboten. Eine große Vielfalt sakraler und profaner Objekte, Zeugnisse seines langjährigen Wirkens. Auf dem Schreibtisch maßstabsgerechte Modelle aus Gips und/oder Sryropor. ,,Diese Enrwürfe muss ich nächste Woche einem Auftraggeber vorstellen." Welche Kreativität und Vitalität zeichnen diesen Menschen aus. Auf meine Frage nach seinern Alter antwortet Welling verschmitzt: ,, Ich bin Jahrgang 34". Ich habe wohl falsch verstanden , 76 Jahre alt?! ,,Das ist doch wirklich kein Alter, denken Sie mal an Adenauer...", gibt der Goldschmied zurück. Er habe sich sein ganzes Leben trotz aller Arbeit durch Sport fit gehalten. Viele Jahre hat er Handball gespielt, zuerst in Koblenz, dann in Horchheim. Danach suchte er sich andere sportliche Betätigungsfelder als Ausgleich. Noch heute fährt er im Urlaub gern Ski, alpin natürlich. Und dann gab es früher noch eine andere sportliche Leidenschaft, das Kajak-Fahren...

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